Ausrüstung von Kreuz As


Kutterrigg
Das Kutterrigg halte ich für eine solche Reise als unbedingt erforderlich. Bei mehreren Situationen während des bisherigen Reiseverlaufs zeigten sich die Vorteile deutlich. Verkleinern der Segelfläche ohne die Plicht verlassen zu müssen, Variabilität des Lateralplans, Verfügung über 3 vorgeheißte Segel. 
Nachteilig ist die Handigkeit bei Manövern. Bei einer Wende ist jetzt z.B. erst die Genua aufzurollen und nach dem durch den Wind gehen wieder aufzurollen. Auf See bei der Anzahl der Manöver untergeordnet.
Für mich besonders wichtig die Mastabstagung. Da ich einen relativ dünnen Mast fahre, und diesen damit ausreichend Abstagen konnte. Es sind jetzt vorhanden:
-4 Wanten, 3 Salinge
-Vorstag, Kutterstag, Babystag
-Achterstag,2 Pardunen (am Babystag und am Kutterstag angreifend)
Störend sind natürlich die Kosten. Alle Segel sind bei der Riggumstellung neu zu fertigen.

Windselbststeueranlage Aries
Die Aries ("Egon" nach meinem bisherigen Steuermann getauft) hat sich in allen Situationen hervorragend bewährt. Selbst vor dem Wind steuert sie zufrieden stellend wenn man mit einem Gierwinkel leben kann. Von raumschots bis an den Wind ohne jede Beanstandung. Super, unverzichtbar!!!

Notebook und Kurzwellenfunkanlage
Die Kurzwellenfunkanlage scheint mir ebenfalls unverzichtbar. Sie schafft den Kontakt zur Außenwelt, vermittelt Wetter und alle erforderlichen Infos in die Kajüte. Gerade für einen Gruppenmenschen wie mich ist die Information von und zu mir außerordentlich wichtig.
Notebook, Pactor II-Modem, Icom 706 (Sender), Antennenanpassgerät, Achterstagantenne (ca. 9m)
Software: JVComm32 für Wettertelex (Text) und Wetterfax (Bild), Airmail zum senden und empfangen von e-Mails, WXTIDE32 zur zur Gezeitenberechnung


Sprayhood
Bis jetzt in jeder Situation nützlich, obwohl die Handigkeit des Schiffes nachteilig beeinflusst wird. Die Vorteile, z.B. der Wetterschutz ist eindeutig dominierend. Wie das bei blankem Hans über Deck wird, wird die Zukunft zeigen.

Energie / Batterien / Windgenerator/ Solarzellen
Ich fahre Solarpaneele und einen Windgenerator kombiniert. Die Leistung der Windgeneratoren wird im allgemeinen falsch oder irreführend angegeben. Wahrscheinlich geben die Hersteller immer die Stromstärke bei 12 V Gegenspannung an. Die Nennspannung einer Gel-Batterie liegt aber bei 14,1 Volt. Dabei werden dann die Ladestromstärken aus den Prospekten bei weitem nicht erreicht. Man kann damit leben. Man muß es nur wissen und Strom sparen. Bei einem Grönlandtörn waren die Solarpaneele fast wirkungslos, da Nebel und bedeckter Himmel die Nennleistung auf 1/10 Wirkleistung schrumpfen lassen.

Die benötigte Energie an Bord kann durch 3 Möglichkeiten erzeugt werden:
1. Maschine laufen lassen - Batterien werden über Lichtmaschine geladen (Nur für den Notfall).
2. Vier Solarpaneele bringen ca. 16 Ah bei guter Beleuchtung tagsüber.
3. Der Windgenerator Air Marine 403 (mit reichlichen Problemen, wie in den Berichten zu lesen)
Folgende Verbraucher sind zur Zeit in Benutzung (Durchschnittswerte):
- Xenon-Blitzlicht am Mast (passive Sicherheit) 8h   x  1,5A  = 12  Ah
- Satellitennavigator (GPS, Odometer)          24h   x  0,5A  = 12  Ah
- Rechner beim Laden                            1h   x  3,5A  =  3,5Ah
- Seefunk-Sender/Empfänger                      0,1h x 30 A   =  3  Ah
- Lampen                                        0,5h x  1 A   =  0,5Ah
- Positionslichter                              8h   x  1,5 A = 12 Ah
                                                          Summe 43 Ah
Zusätzlich müssen alle anderen Akkugeräte (Bohrmaschinen, Taschenlampen, Kamera . . . ) auch noch geladen werden.



Rettungsinsel, EPIRB
Unverzichtbar, aber wie eine Risikoversicherung hoffentlich nie in Gebrauch. 

Radar
Angeschafft für die Grönlandreise. Auch dort schon kaum im Einsatz. Growler von 1qm wiegen eine Tonne und sind mit einem Radar garantiert nicht ausmachbar. Und wer sitzt vor diesem Teil, wenn oben eine kleine Mannschaft Manöver macht. Würde ich nach meiner Erfahrung als letztes anschaffen.